Verschenkung eines Hauses während Hartz 4 Bezug

Fragen zu Einkommen und Vermögen (§§ 11, 12 SGB II)

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CuttySark
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Re: Verschenkung eines Hauses während Hartz 4 Bezug

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 17.07.2019, 13:31

Moin Ghostwriter,

das sind Fakten, die der Staat vormacht. Da muss niemand drauf herumreiten. Er muss sie nur kennen und zitieren.
Jeder Unternehmer nutzt Steuerberater, Investitionsberatung um Geld zu sparen. Ergo kann das auch jeder Privatmann
so machen.

Liebe Grüße
Rolf
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CuttySark
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Re: Verschenkung eines Hauses während Hartz 4 Bezug

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 17.07.2019, 13:38

Moin Andreas,

es ist Dein gutes recht, wie das Deiner Mutter, sich die beste Lösung herauszusuchen um optimal abzugreifen. Daran ist nichts Verwerfliches, machte VW bei dem Porsche Deal im übrigen auch und sparte 1 Milliarde an Steuern.

Die nimm Dir zum Vorbild. Gesetze müssen nur befolgt werden.

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Rolf
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Andreas900
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Re: Verschenkung eines Hauses während Hartz 4 Bezug

Ungelesener Beitragvon Andreas900 » 17.07.2019, 13:48

Ghostwriter hat geschrieben:Andreas 900,

es zwingt niemand deine Mutter, in ihrem Haus weiter zu wohnen. Sie kann tun und machen, was sie will, auch umziehen.

Ihr sucht aber nach einer Möglichkeit, den Wert der Immobilie weiterhin zu schützen. Das geht eben nicht!


Natürlich geht das :grin: Meine Mutter bleibt eben einfach im Haus wohnen, dann ist es geschützt.
ALG II zahlt brav weiter neben Regelsatz auch noch Heizkosten, Reparaturen und alle mit dem Haus verbundenen Kosten wie bisher.
Irgendwann kippt meine Mutter um und das Haus gehört mir....

Die Alternative wäre dass meine Mutter in eine Wohnung zieht und das Jobcenter weniger Kosten hätte, weil ich im Gegenzug zur Schenkung des Hauses die Wohnkosten meiner Mutter zahle. Das Jobcenter also bestensfalls noch Regelsatz und Krankversicherung zahlt.

Wenn das Jobcenter die teurere Version für den Steuerzahler will, dann machen wir das eben so.

CuttySark
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Re: Verschenkung eines Hauses während Hartz 4 Bezug

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 17.07.2019, 15:38

Moin Andreas900,

mir fällt gerade noch ein, dass du einen Antrag auf Pflegestufe für deine Mutter einreichen könntest. Worauf? Keine Ahnung, da Du diese Thematik nirgendwo erwähntest, aber es lohnt sich intensiv darüber nachzudenken. Habe gerade nachgerechnet. In meinem Fall sind das monatlich 481 € bei Pflegegrad II. Mama könne darüber hinaus noch an das betreute Wohnen denken.

Derzeit zahle ich 410 € Brutto Warmmiete, was netto in meinem Fall 350 € ausmacht. Das betreute wohnen in das ich mich einmieten möchte liegt bei rund 900 €. Es lohnt sich also schon zu schauen, was unsere Gesetze zulassen, denn ich möchte logischerweise gesetzeskonform abkassieren.

Wer so viel Geld hat wie unser Land, Millionen Menschen integrieren kann, die nie einen Cent in Deutschland erarbeitet haben, da sollen wir uns auch das nehmen, was uns unsere Gesetze bieten.

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Pete123
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Re: Verschenkung eines Hauses während Hartz 4 Bezug

Ungelesener Beitragvon Pete123 » 17.07.2019, 16:02

Hallo Andreas900,

besteht vielleicht die Möglichkeit einen Teil des Hauses im Tausch gegen Dienstleistungen zu vermieten?Der Mieter müsste dann nur statt Miete zu bezahlen xx Stunden im Haushalt und Garten helfen,würde nur die Nebenkosten bezahlen und deine Mutter entlasten.
Ich selber habe so einen ähnlichen Mietvertrag,und bezahle deshalb nur eine relativ geringe Miete für Haus und Grundstück.
HINWEIS: Wer ein anrechenbares Einkommen (EU-Rente o.ä.) hat und Sozialhilfe oder Grundsicherung bezieht,der kann die Beiträge zum VdK oder SoVD in voller Höhe als Werbungskosten absetzen.Somit kostet die Mitgliedschaft keinen Cent.
Gruß Pete123 :)

Andreas900
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Re: Verschenkung eines Hauses während Hartz 4 Bezug

Ungelesener Beitragvon Andreas900 » 27.07.2019, 21:07

Erstmal vielen lieben Dank für eure Antworten.

Eine Pflegestufe kann meine Mutter nicht bekommen, sie ist noch recht fitt.

Aktuell habe ich mal eine Rechnung aufgemacht, ob wir nicht sogar ohne Hartz 4 auskommen.
Wenn meine Mutter das Haus verkauft, das Geld angelegt werden kann und sie sich eine Mietwohnung nimmt sähe die Rechnung wie folgt aus:

Mindestbedarf:
Kaltmiete: 400 €
Nebenkosten: 100 €
laufende Kosten 400 €
Kranken- und Pflegeversicherung: 190 €
Summe: 1.090 €

Ich hoffe auf Wohngeld, dann würde abzüglich Wohngeld ca. 950 € (11.400 € im Jahr) bleiben, die finanziert werden müssten. .
Ich halte das für finanzierbar.

Wenn meine Mutter mir das Haus schenkt, würde ich im Gegenzug Unterhalt zahlen, den ich von der Steuer absetzen kann. Ich schätze dass ich ca. 2.200 € von der Steuer wieder zurück bekomme. Vorausgesetzt das Haus ist 200.000 € wert, wären das bei unterstellten 3% Rendite am Kapitalmarkt 6.000 €. Damit wären 8.200 € von 11.400 € gedeckt. (Bitte keine Diskussion über die Rendite - das Risiko trage ich. Den Differenzbetrag von 3.200 € kann ich zur Not auch aus meinem normalen Einkommen bestreiten).

Die restliche Lücke würde ich freiwillig schließen. Für 3 Jahre, dann erhält meine Mutter gut 600 € Rente und wir hätten keine Probleme mehr. Und bevor ihr fragt: Ja finanzielle wäre es besser noch bis zur Rente zu warten, allerdings würde meine Mutter gerne früher umziehen und könnte einen Teilerlös aus dem Haus gut brauchen (zb für ein Auto).

Was haltet ihr davon?
Und falls sich jemand damit auskennt, sind meine Überlegungen korrekt? Habe ich was vergessen?
A) Kann ich freiwilligen Elternunterhalt von der Steuer absetzen? (auch dann wenn meine Mutter sich sozusagen absichtlich durch die Schenkung arm gemacht hat)
B) Sind Höhe der Kranken- und Pflegeversicherung realistisch wenn sich meine Mutter dann freiwillig gesetzlich versichert? (Ich habe gelesen 14,8% für Kranken- bzw. 3,3% für Pflegeversicherung von einem fiktiven Einkommen von 1000 €)

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Re: Verschenkung eines Hauses während Hartz 4 Bezug

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 28.07.2019, 05:37

Moin Andreas900,

der einfachste Weg wäre den Wert des Hauses schätzen zu lassen (Kreisgutachterausschuss) und das Objekt als Mietkauf anzubieten, so wäre in meinen Augen der optimale Weg gefunden.

LG Rolf
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Re: Verschenkung eines Hauses während Hartz 4 Bezug

Ungelesener Beitragvon Andreas900 » 28.07.2019, 19:02

CuttySark hat geschrieben:Moin Andreas900,

der einfachste Weg wäre den Wert des Hauses schätzen zu lassen (Kreisgutachterausschuss) und das Objekt als Mietkauf anzubieten, so wäre in meinen Augen der optimale Weg gefunden.

LG Rolf


Mietkauf kommt für uns nicht in Frage. Da gibt es aus meiner Sicht zu viele Unsicherheiten und es wird extrem selten gemacht. Außerdem geht es ja auch darum, das verbliebende Vermögen langfristig zu sichern. 10 Jahre nach Schenkung wäre die Immobilie wieder vor der Verwertung durch Grundsicherung sicher.

Der Gutachterausschuss ist an sich eine gute Idee um den Wert zu bestimmen. Wir hoffen allerdings alles "aus einer Hand" von einem Makler zu bekommen, der sowohl das Haus bewertet, verkauft und eine Mietwohnung für meine Mutter sucht.
Ein hoheitliches Gutachten brauchen wir aus meiner Sicht nicht. Auch für die spätere Schenkung nicht, denn schließlich würde mir meine Mutter den Verkaufserlös schenken. Da muss ich auch keinem Finanzamt den ein Gutachten vorlegen. Geld ist Geld :8):

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Re: Verschenkung eines Hauses während Hartz 4 Bezug

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 28.07.2019, 20:16

Moin Andreas900,

informiere Dich doch zuerst einmal bevor Du Stellung nimmst. Wenn das passiert ist, können wir uns gern weiter austauschen. Was an einem Mietkauf unsicher sein sollte, weißt anscheinend nur Du. Banken und Notare werden Dich informieren.

Unsicher ist nur die von Dir angedachte Schenkung. Die Arschkarte bekommt man leicht.

Überlegen, informieren, nachdenken, besprechen und dann handeln.

Wenn Du ehrlich bist suchst Du den optimalen Weg für Dich, denn letztendlich geht es nur darum, was Du an Geld mit dem Ableben Deiner Mutter bekommst. Für mich ist das nichts Besonderes, sondern die natürlichste Überlegung.

Liebe Grüße
Rolf
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Re: Verschenkung eines Hauses während Hartz 4 Bezug

Ungelesener Beitragvon Andreas900 » 28.07.2019, 20:42

CuttySark hat geschrieben:Moin Andreas900,

informiere Dich doch zuerst einmal bevor Du Stellung nimmst. Wenn das passiert ist, können wir uns gern weiter austauschen. Was an einem Mietkauf unsicher sein sollte, weißt anscheinend nur Du. Banken und Notare werden Dich informieren.

Unsicher ist nur die von Dir angedachte Schenkung. Die Arschkarte bekommt man leicht.

Überlegen, informieren, nachdenken, besprechen und dann handeln.

Wenn Du ehrlich bist suchst Du den optimalen Weg für Dich, denn letztendlich geht es nur darum, was Du an Geld mit dem Ableben Deiner Mutter bekommst. Für mich ist das nichts Besonderes, sondern die natürlichste Überlegung.

Liebe Grüße
Rolf


Mietkauf ist ein Kauf auf Raten. D.h. meine Mutter bekäme regelmäßige Einnahmen und würde sukzessive das Haus "aufessen". Das ist weder mein, noch der Wunsch meiner Mutter. Diese kam wie ich im Eröffnungsbeitrag erwähnte sogar selber auf mich zu und wollte den Wert des Hauses eben nicht "aufessen".
Ich danke dir aufrichtig dafür, dass du mit dem Mietkauf eine mögliche Alternative aufzeigst. Es ist immer gut Alternativen zu bedenken. ich denke aber nicht, dass diese Option für uns passt.

In welcher Weise sollte bei einer Schenkung jemand die A-Karte ziehen? Bitte erklär es mir, denn genau darum frage ich ja.
Wie ich zuvor schrieb, hätte die Schenkung m.E. steuerliche Vorteile und das restliche Vermögen wäre nach 10 Jahren vor der Verwertung sicher. Außerdem könnte ein Teil des Vermögens direkt für notwendige Anschaffungen genutzt werden.


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